28.07.: Gute Gründe, sich über die CSR-Richtlinie zu informieren

Ihr Unternehmen ist aktuell von einer EU-Richtlinie, die bis Jahresende in deutsches Recht übertragen wird, betroffen. Kosten und Nachteile durch EU-Richtlinien sind zwar nicht vermeidbar aber minimier- und gestaltbar.

Nach unserer Überzeugung ist das fatale an der CSR-Richtlinie (Corporate Social Responsibility) und der Umsetzung, dass –jedenfalls bisher – in erster Linie natürlich die unmittelbaren Regelungen über die Offenlegung der „nichtfinanziellen Informationen“ im Fokus stehen. Das mag Ihr Haus betreffen, oder nicht. Bedeutender – und deshalb hat sich Freund+Dirks zu einer solchen Veranstaltung entschlossen – sind aber die Gründe für diese neue Rechtsetzung.

Wer die Entwicklung zum Thema CSR in der EU seit dem Grünbuch 2001 mit- oder nachverfolgt, wird schnell feststellen, dass sich hier eine bemerkenswerte Veränderung ergeben hat. Diese Entwicklung dürfte auch noch nicht einmal beschlossen sein. Nicht zuletzt die Finanzmarkt- und Eurokrise hat dazu geführt, dass alle Institutionen in der EU sich verstärkt für eine nachhaltige und sozial gerechte Wirtschaft im Binnenmarkt einsetzen. In diesen Kontext gehört auch die CSR-Richtlinie RL 2014/95/EU, die bereits im Strategiepapier der Kommission von 2011 (KOM (2011) 681) angekündigt wurde. Sie ist damit Bestandteil einer „europäischen Wirtschaftspolitik“. Aus genau dieser Einbindung in ein koordiniertes europäisches Vorgehen ergeben sich schließlich die Konsequenzen, die – unabhängig vom Bestehen einer Publizitätspflicht – letztlich alle Unternehmen im Binnenmarkt betreffen werden.

Auch und gerade Ihr Haus dürfte deshalb vermutlich in mehrfacher Hinsicht von den Auswirkungen betroffen sein.

Zum einen werden Sie als Arbeitgeber über den Arbeitsmarkt beim eigenen Recruiting betroffen sein. Die Darstellung Ihrer Personalpolitik und Ihrer Personalstrategie nach außen wird Ihnen zukünftig helfen im Wettbewerb um die „Besten am Arbeitsmarkt“ erfolgreich sein zu können.

Dann unterhalten Sie – so ist zumindest zu vermuten – Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, die unmittelbar von den Reglungen zur Offenlegung betroffen sein werden. Diese Unternehmen sollen aber auch berichten, wie die „Arbeitnehmerbelange“ entlang der Lieferkette berücksichtigt werden. Hier wäre es fatal, wenn sie zwar für ihre Mitarbeiter ein solides „Konzept“ vorstellen könnten, jedoch im Falle von Personalabbau genau diese Menschen gerade im CSR-Sinne schutzlos ihrem Schicksal überließen. Deshalb dürfen Sie wohl fest damit rechnen, dass zumindest derartige Unternehmen von Ihnen auch dann Angaben zu den „Arbeitnehmerbelangen“ haben möchten, wenn Ihr Haus selbst gar nicht zur Offenlegung verpflichtet ist.

Da es Teil der neuen EU-Politik ist, „CSR durch den Markt stärker zu belohnen“ hat die Kommission „alle Mitgliedstaaten und Behörden auf allen Ebenen“ aufgefordert, bei der Auftragsvergabe „alle Möglichkeiten des rechtlichen Rahmens voll auszuschöpfen“. Im Klartext dürfte das für Sie bedeuten, dass diejenigen in Zukunft die größeren Chancen haben, die sich dem CSR-Gedanken und insbesondere den „Arbeitnehmerbelangen“ verschrieben haben.

Wir denken, das sind doch schon einmal drei gute Gründe, um sich über die Situation bei und nach Inkrafttreten des Umsetzungsgesetzes und ihre Auswirkungen auf die Personalwirtschaft zu informieren. Das gilt auch dann, wenn Sie mit dem Betriebsverfassungsgesetz keine unmittelbaren Berührungspunkte haben sollten. Auch dieses spielt hier nämlich eine nicht ganz unwichtige Rolle (§ 75 BetrVG).

Es würde uns sehr jedenfalls freuen, Sie am 28.07.16 begrüßen zu können.

Ihr

Dirk Sommer

Anmeldung zum Business-Lunch am 28.07.2016

 

CSR-Richtlinie und die Auswirkungen auf die Personalwirtschaft